Wolfgang Falkner

Interview mit Wolfgang Falkner vom NaturkosmetikCamp

Wolfgang Falkner, das ist der Name, den so gut wie jede Naturkosmetikbrand in Deutschland und Österreich kennt. Sein 2014 ins Leben gerufene Naturkosmetik-Camp bringt die TeilnehmerInnen für drei Tage zusammen, um sich über branchenrelevante und aktuelle Themen auszutauschen, die im Vorfeld von den Mitwirkenden nicht nur vorgeschlagen sondern dann auch in den verschiedenen Sessions des Camps angeteasert werden. Für uns Marken ist das Camp sehr bereichernd, insbesondere da es im DACH-Gebiet keine weiteren Veranstaltungen gibt, bei denen wir so stark und aktiv in Austausch treten, und sonst unterm Jahr – meiner Meinung nach – die meisten Naturkosmetikmarken “ihr eigenes Süppchen kochen”. Gerade dadurch, dass wir Naturkosmetik-Marken sind, geht es nicht nur um finanziellen Gewinn, sondern auch um andere Werte, die in der Gemeinschaft potenziert werden können, aber nun lest mehr davon, in dem spannenden Interview, zu dem ich Wolfgang gewinnen konnte.

Dreh die Uhr ungefähr 15 Jahre zurück, welche beruflichen Visionen und Träume hattest du zu diesem Zeitpunkt?

“Eine spannende Frage! Vielen Dank! Heute vor 15 Jahren war das Jahr 2005. Ich war zwei Jahr selbständig mit einer Werbeagentur, mit Schwerpunkt Online-Kommunikation und Corporate Design. Daneben hatte ich damals noch Philosophie studiert und gehofft, ich würde das auch fertig machen. Vieles ist aber anders gekommen und 2007 habe ich meine Selbstständigkeit aufgegeben und bin zur Firma Haslauer/Kurland gekommen – als Marketingleiter. Wenn man zurückblickt, war das ein sehr wichtiger Schritt, der bis jetzt nachhallt. 2009 machte ich mich wieder selbständig, weil mir die Eigenständigkeit dann doch gefehlt hat, um im Bereich Spa- und Wellness neue Wege zu gehen. 2010 fand auch schon das erste SpaCamp und 2014 das erste NaturkosmetikCamp statt. Von den frühen Erfahrungen kann ich jetzt noch profitieren. Auch vom Studium der Philosophie 😉. “

Was konntest du vom Philosophie-Studium mitnehmen?

“Ich glaube, das wichtigste ist das logische Denken, aber auch genauer hinzuschauen und sich nicht von Oberflächlichkeiten ablenken zu lassen. Auch habe ich mich damals erstmals richtig mit Ethik beschäftig und, dass es wichtig ist, mit seinem Tun auch etwas positives zu bewirken. Geld verdienen ist zwar auch wichtig, aber es sollte nicht der Grund sein, ein Unternehmen zu haben.”

Kannst du uns verraten, was dir die größte Erfüllung und Freude bei deinen Camps gibt/macht, vielleicht auch anhand einer konkret stattgefundenen “Geschichte”?

“Mhm, da muss ich kurz nachdenken. Das schönste für mich ist, wenn durch die Camps, Menschen auf neue Ideen kommen und wenn sie dann auch den Mut haben, diesen Ideen Taten folgen zu lassen. Viele Teilnehmer*innen haben mir im Nachgang schon erzählt, sie fahren nach dem Camps heim mit einem Kopf voller Ideen. Es ist dann schön zu hören, wenn daraus ein richtiges Projekt entstanden ist und es bei den Camps eine wichtige Initialzündung dafür gab.

2020 hat uns aber auch gezeigt, dass unsere Community sowohl im Spa- als auch im Naturkosmetik-Bereich sehr, sehr stark ist. Denn obwohl wir nicht physisch zusammen kommen konnten, war der Austausch bei den virtuellen Zoom-Camps von einer hohen fachlichen Qualität aber auch durch eine starken Gemeinschaftssinn geprägt. Wir konnten sehen, dass wir in den letzten 10 Jahren unsere Hausaufgaben gemacht haben und auch ein resilientes Unternehmen sind. Das macht mich schon auch ein bisschen stolz.”

Wie hast du es geschafft, die beiden Camps von 0 auf 100 aufzuziehen und daraus so erfolgreiche und bekannte Format zu machen?

“Ja, das frag ich mich manchmal auch selbst! 😊 Beim SpaCamp hatte ich das große Glück, dass damals 2010 das Berchtesgadener Land an diese Idee geglaubt hat und dem Konzept als spannendes Format in Bad Reichenhall eine Chance gegeben hat. So fand in dieser Region das SpaCamp 3 Jahre statt, bis wir uns auf die Reise machten und einige der schönsten Spa-Hotels in Deutschland und Österreich als Location gewinnen konnten. Wichtig war mir immer, nachhaltig Kontakte zu pflegen und die Teilnehmer*innen nicht als Besucher oder Kunden zu sehen, sondern als Community, als Menschen. Und ich glaub auch, dass es gut ankam, dass wir den Menschen da draußen, die sich für etwas einsetzen, eine Bühne geben konnten, wo sie sich mit den anderen ganz ungezwungen austauschen. Das gab es davor noch nicht. Und diesem Prinzip „Menschen verbinden, Engagement fördern, gemeinsam Neues schaffen“ bleiben wir bis heute treu.”

Wann findet das nächste NaturkosmetikCamp statt?

“Das nächste NaturkosmetikCamp findet von 18. bis 20. Juni 2021 im Hotel Panorama Royal in Bad Häring in Tirol statt, dort wo es 2020 schon stattfinden hätte sollen und dort, wo unsere Wurzeln liegen. Denn 2014 fand dort auch das erste NaturkosmetikCamp statt. Unser Motto in diesem Jahr lautet „Mit Herz & Hirn, Ecken & Kanten!“. Die Naturkosmetik und ihre Pioniere verstanden es schon früh, das Herz mit der Vernunft in Einklang zu bringen. Aber die Naturkosmetik sollte auch nicht zu glatt sein, sondern auch Ecken und Kanten, also auch Besonderheiten, haben, mutig sein und nicht zuletzt die Philosophie des Gründers widerspiegeln. Wo wir wieder bei der Philosophie sind 😉.  Anmeldestart ist am 1. Februar. Wir gehen davon aus, dass der Andrang sehr groß sein wird. Auch weil 2020 kein NaturkosmetikCamp stattfinden konnte und sich alle schon wieder auf die Begegnung im Real-Life freuen! Details auf www.naturkosmetikcamp.com

Du bist immer auch auf der Vivaness. Was schätzt du an dieser Messe?

“Bei den eigenen Veranstaltungen hat man leider oft gar nicht so viel Zeit, sich intensiv mit den Teilnehmer*innen auszutauschen, was sehr schade ist, aber so ist das nun mal, wenn man einen eigenen Event macht. Darum ist es für uns super, wenn wir uns auf der Vivaness austauschen können und viele, wenn nicht sogar die meisten unserer Teilnehmer*innen dort treffen. Nächstes Jahr ist die Vivaness ja auch digital und wir sind schon sehr gespannt, was sich die Nürnberg Messe hier einfallen hat lassen.

Vielen Dank für das Interview! Hat Spaß gemacht!”

Bildquelle: Jasmin Walter

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